Extrablatt! Extrablatt!

Am Ratzeburger Bahnhof wedelt ein Mann mit einem abgesägten Skull – Ergebnisse des psychischen Tests stehen noch aus …

Schnell konnten wir – die Teilnehmer der Trainer C-Ausbildung – die Anwohner beruhigen, Andreas König hatte keinen Anschlag vor, und ist auch nicht aus der geschlossenen Anstalt geflohen, er war nur so freundlich alle, die im Laufe des Montagnachmittags mit dem Zug anreisten, vom Bahnhof abzuholen.

In der Ruderakademie Ratzeburg angekommen, schaute man in viele neugierige, aufgeschlossene, aber vor allem fremde Gesichter. Nach den obligatorischen Kennenlern-Spielen, dem beidseitigen Beschriften aller Namensschilder, und dem ersten Abendessen, kannten wir die 25 Gesichter überwiegend sogar schon mit Namen. Von siebzehn Jahren aufwärts waren alle Altersklassen vertreten, sowohl aus dem Leistungs- als auch aus dem Breitensportbereich.

Unter den 25 Gesichtern die man in dem Seminarraum der Ruderakademie sah, war auch der oben bereits erwähnte, Andreas zu finden. Sein Namensschild von beiden Seiten zu beschriften hätte allerdings nur was gebracht, wenn er selbst seinen Namen manchmal vergessen würde, denn er ist wie in den Vorjahren der Leiter dieses Lehrgangs gewesen, und hinter ihm war nur noch die Wand. Nach den Spielchen sorgte er dafür, dass sich zügig 5 gleichgroße Gruppen bildeten, und brachte uns schonend die Gruppenaufgaben nahe, deren Bearbeitung aus Reflex erst einmal möglichst weit nach hinten verschoben wurde. Na ja fast, denn das Ausdenken eines Team-Namens, war zwar keine leichte, dafür aber unfassbar wichtige Aufgabe, die sofort auf kreative Weise in Angriff genommen werden musste.

Schon am ersten Morgen vor dem Frühstück, nutzten einige angehende Trainer, die Möglichkeit auch an ihren praktischen Fähigkeiten zu arbeiten, und machten die Bootshallen und den Ratzeburger See unsicher. Dank Marc Swienty, konnten wir nach drei Tagen deutlich mehr Boote nutzen und waren endlich weitestgehend dazu in der Lage, auch die passenden Skulls zu den jeweiligen Booten finden zu können. Die Euphorie vor dem Frühstück aufs Wasser zu gehen ließ bei einigen Ruderern sogar in der zweiten Woche, mit deutlich schlechteren Wetter und kälteren Temperaturen, nicht nach.

Die Sporthalle wurde im Laufe der Wochen zu unserem zweiten zu Hause, da wir uns in ihr nochmal an Spielen für alle Altersgruppen und Kinder- und Junioren Training versuchten. Gleichzeitig, bekamen wir dort, aber auch unsere Grenzen aufgezeigt, die teilweise auch in einem akuten „Lactatbad“ und mit einigen wenigen Verletzten endeten.

Auch der Umgang mit der Langhantel wurde uns von Malte näher gebracht. Und Physiotherapeut Sebastian sorgte mit einem entsprechenden Training für unsere Rumpfstabilität und Beweglichkeit. Diese konnten wir, wie von ihm versprochen, innerhalb von 20 Minuten deutlich verbessern. Hierbei zeigte er uns zahlreiche Übungen, die wir auch in unseren Vereinen nach dem Lehrgang im Wintertraining direkt anwenden können.

In der zweiten Hälfte des Lehrgangs, präsentierten dort auch die verschiedene Gruppen ihre Hallentrainingspläne für den Kinder-, sowie für den A- und B-Juniorenbereich. Zudem, gab es auch Trainingsstunden für Freizeitruderer in Kombination mit dem Ausprobieren von großen und kleinen Spielen, die sich aber über beide Wochen verteilten.

Das Teamrowing, welches wir alle noch lange in Erinnerung behalten werden, sorgte bei 14 Sportlern für eine 45-minütige Nahtoderfahrung die von fröhlicher Musik und wechselnden Lichtverhältnissen begleitet wurde. So hat auch das Zuschauen Spaß gemacht!

Aber auch im Seminarraum blieb es nicht nur theoretisch. Die ersten Tage beschäftigten wir uns vor allem mit den Grundlagen der Trainings- und Bewegungslehre mit Marc und „Brocki“, dies hatte die Erarbeitung einiger gut durchdachten, und dennoch realitätsnahen, Trainingspläne zur Folge.

An zwei Tagen beschäftigten wir uns mit dem Thema Kommunikation mit Birte Hoffmann, dies sorgte für ausgiebiges miteinander Lachen und Reden, aber auch für einige sehr amüsante Videos und Gruppenspiele an der frischen Luft. Seitdem nehmen wir unseren Gegenüber viel bewusster wahr, und registrieren auch unauffällige Bewegungen, wie zum Beispiel eine „Fußbremse“.

Nach diesem kleinen Exkurs kehrten wir schnell, wenn auch etwas wehmütig, zu den ruderspezifischen Inhalten zurück. Hierbei wurden nicht nur die Bewegungsabläufe anhand des offiziellen Leitbildes besprochen (mit Reinhart Grahn), sondern auch Methoden und Organisationsformen im (Anfänger-)Training, sowie Wanderfahrten, Wettkampfregeln, Sicherheit auf dem Wasser, Zielgruppen im Verein, aber auch das Trimmen von Booten und vieles mehr thematisiert. Um uns die Wettkampfregeln nahe zu bringen moderierte Andreas ein Quiz, bei dem die Gruppen um jeden Punkt kämpften, und wer wollte, durfte sogar mit der „Wahrheit“ an einen Ausleger.

Alle Referenten ließen uns viel Freiraum für Diskussions- und Fragerunden. Dies ermöglichte es uns genauere Einblicke in andere Vereine und deren Strukturen zu bekommen, aber zeitgleich auch deren Herangehensweise an teilweise kritische Themen kennenzulernen. Dennoch, wurden wir gedanklich stets zum ursprünglichen Thema zurückgeführt, so dass – dabei sind wir uns sicher – Jeder etwas Neues gelernt hat.

Unsere ständigen Begleiter – Abendglocke, Morgenzeitung und Kicks – bereiteten uns zwischen den Seminaren immer wieder viel Spaß. Bei der Abendglocke wurden die Inhalte der vergangenen Tage für unsere Schnarchnasen zusammengefasst. Die Morgenzeitungen sorgten dafür, dass alle durch viel lachen hellwach wurden. In witzigen Schlagzeilen wurde das vorgestellt, was uns außerhalb der Seminarinhalte in Erinnerung geblieben ist. Beispielsweise: Verwirrung bei der Videoanalyse – Ente mit Ruderer verwechselt. Die Kicks waren Auflockerungsspielchen zwischendurch. Glücklicherweise, wurden sie von den leitenden Gruppen immer an die sportliche Verausgabung des Tages angepasst, damit wir in den Seminaren am Abend nicht von den Stühlen kippten. Und manchmal, sogar bis in die Nacht, in gemütlichen Runden bei einem Bier oder einem Kartenspiel zusammensitzen konnten.

Jetzt nach zwei Wochen, ist kein Gesicht mehr fremd, die Köpfe mit jede Menge Wissen versorgt, und Ratzeburg – nach unserer Abreise – endlich wieder ein sicheres Plätzchen. Wir hoffen, dass wir Euch alle mal wieder sehen, und uns darüber austauschen können, wie schön es ist C(hef)-Trainer zu sein. Denn als Team haben wir es geschafft, es gibt offiziell nunmehr 25 neue C-Trainer im DRV.

Revolutioniert oder Verbessert das Training in Euren Verein mit den ganzen tollen Ideen und neuen Erkenntnissen die Ihr an euer Heimatgewässer tragt. Danke, für die tolle Atmosphäre, die anregenden Unterhaltungen und die gegenseitige Unterstützung.

Vielen Dank an alle Referenten, und vor allem Andreas der uns doch von Allen die längste Zeit ertragen musste. Wir sind uns bewusst, dass das ohne euch nicht in diesem Rahmen möglich gewesen wäre. Und um das ganze zu Vervollständigen: Danke, an unsere Vereine, die dafür sorgen, dass uns das Ehrenamt so viel Freude bereitet!

Sonja, Klara, Lea und Rebecca (CTS)

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