Die Zeit hat uns alle geprägt

Alle Wege führen nach Rom. In diesem Fall führten am 6. Januar 2019 für uns alle Wege nach Ratzeburg. Es begann ganz harmlos mit dem, wie wir gelernt haben, Forming, der ersten Orientierung mit wem man es hier die nächsten 12 Tage so zu tun haben wird. Nach kurzen Kennlernspielen und ersten Teambuilding-Maßnahmen in der Sporthalle, war der erste Tag auch schon zu Ende.

Der zweite Tag begann mit einer Einheit zu Trainingsprinzipien, -methoden und -inhalte, durchgeführt von Jan Suhrhoff, der dank seiner Erfahrungen als aktiver Trainer auch gute Beispiele und Einblicke in seine Arbeit geben konnte. Der Nachmittag wurde dann für uns praktisch. In Gruppen eingeteilt wurden verschiedene Trainingspläne für verschiedene Zielgruppen erarbeitet und im Plenum gegenseitig vorgestellt. Der Abend wurde durch Reinhart Grahn gestaltet, der eine Einführung in die Rudertechnik und die korrekte Ausführung gab. Anhand von Videobeispielen wurde die Technik gemeinsam analysiert.

Der Dienstag begann erneut mit Jan Suhrhoff. Er brachte uns einige Möglichkeiten bei, wie man verschiedene Boote trimmen kann. Für den ein oder anderen waren auch einige neue Erkenntnisse dabei. Am Nachmittag ging es weiter mit Reinhart Grahn und der Analyse der Bewegungsabläufe beim Rudern und am Abend noch die Methoden und Organisationsmöglichkeiten im Bereich der Anfängerausbildung.

Am Mittwoch lag der Schwerpunkt im Kraft-, Koordinations- und Konditionstraining. Der Physiotherapeut Aric Brämswig hatte durch seine Arbeit sehr anschauliche Beispiele und konnte seine Standpunkte sehr gut vermitteln.

Der nächste Tag stand im Zeichen des Planens einer Sport-/Trainingsstunde, sowie um verschiedene Zielgruppen in Vereinen und um die Möglichkeit des Pararuderns, also dem Rudern für Menschen mit Behinderung.

Freitags wurde dann ein etwas anderer Blick auf den Sport und das Trainerdasein geworfen. Durch die richtige Ernährung kann beim Sportler dann schon Einiges ausgerichtet werden und die Sportmedizin kann auch sehr spannend sein und eben auch das Wissen was zu tun ist, wenn sich der Sportler zu sehr beansprucht oder verletzt.

Samstagvormittag kam Sebastian Schulz, ebenfalls Physiotherapeut und Rudertrainer, um mit uns einen Trainingszirkel zum Thema Stabilisations- und Beweglichkeitstraining zu erarbeiten. Dabei konnte man sehr gut einige Übungen für sein eigenes Training abschauen. Nach der Mittagspause ging es um die Planung und Organisation von Wanderfahrten.

Am Sonntag begann der Tag mit dem Thema Kommunikation. Dabei wurden verschiedene Szenarien entwickelt, die in der Kopfstandmethode erarbeitet wurden und auf das eigentliche Trainerdasein zurückgeführt wurden. Der Nachmittag wurde der Prävention sexualisierter Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen gewidmet und mit der Unterzeichnung eines entsprechenden Ehrenkodexes abgeschlossen.

Immer wieder wurden auch nicht so spannend erscheinende Themen aufgelockert, sei es durch eine Anekdote aus dem Leben des Dozenten oder durch einen „Kick“, den eine unserer Kleingruppen vorbereitet hatte. So wurde dann einmal der Macarena getanzt oder der gordische Knoten versucht zu lösen.

Der Montag wurde relativ entspannt. Am Morgen wurde über Engagemententwicklung gesprochen und wie im Verein Engagement entwickeln, würdigen und weiterentwickeln werden kann bzw. auch sollte. Der Nachmittag stand für alle zur freien Verfügung. Einige der Teilnehmer fuhren nach Lübeck und Einige blieben in Ratzeburg und genossen die Ruhe.

Dienstag begann der Tag sportlich. Jeweils eine Kleingruppe musste regelmäßig eine eigene Sportstunde planen, dokumentieren, durchführen und reflektieren. Zu verschiedenen Alters- und Zielgruppen wurden interessante neue Ansätze und Spiele kennengelernt. Nach der praktischen Einheit wurde es wieder theoretisch und wir sprachen über die Regeln auf Wettkämpfen beim Rudern. Nach dem Mittagessen ging es theoretisch weiter mit dem Thema Sicherheit auf dem Wasser und der Fragestellung ob und bei welchem Wetter bzw. Jahreszeit die Sportler Rettungswesten tragen. Sehr schnell wurde klar, dass es auch dort kein direktes Richtig oder Falsch gibt. Jeder muss es wie so oft in seiner tatsächlichen Trainingssituation vor Ort entscheiden.

Der letzte komplette Tag, der Mittwoch, wurde mit Teambuilding und Kommunikationsübungen gestartet. In verschiedenen Übungen wie dem „Tower of Power“ mussten durch geschicktes Kommunizieren einige Aufgaben gelöst werden. Im Anschluss daran wurde über das Thema Doping gesprochen und dabei auch über dessen Prävention. Schnell fiel dabei ein Blick auf andere Sportarten, die immer häufiger durch Doping in die Schlagzeilen geraten. Am Nachmittag wurden dann andere (Sport-) Angebote besprochen, die wir als Trainer unseren Sportlern machen können, sei es der Ausflug in den Kletterwald, eine vereinsinterne Regatta oder eine Übernachtung im Bootshaus. Besonders interessant war dabei von den anderen Teilnehmern zu hören, was dort angeboten wird. Dabei konnten Einige ganz bestimmt ein paar Angebote in die Vereine einbringen. Der letzte Abend wurde durch eine Gruppe der Teilnehmer vorbereitet. Mit dem Küchenteam wurde ein besonderes Abendessen ausgehandelt. Es gab Burger und Pizza für Alle und im Anschluss an das Essen wurde die herbeigesehnte Oscarverleihung durchgeführt. Dabei wurden einige der Teilnehmer geehrt, wie zum Beispiel „Das Krümelmonster“, „Der beste Akzent“ oder „Der Ehrenmann der Woche“.

Der letzte Tag brach an und wurde dazu genutzt, um die vergangenen 12 Tage noch einmal Revue passieren zu lassen. Durch die Zusammenfassungen der Kleingruppen wurde jedes Thema noch einmal anschaulich aufgearbeitet. Mit der Aushändigung der Lizenzen wurde dann der offizielle Teil der Ausbildung abgeschlossen und mit dem letzten gemeinsamen Mittagessen ging dann die Zeit in Ratzeburg langsam und sicher dem Ende zu. Ab 13.30 Uhr traten die Teilnehmer die Heimreise an.

Die Zeit hat uns alle geprägt, es sind neue Freundschaften entstanden und Kontakte für zukünftige Zusammenarbeiten oder Wanderfahrten geknüpft.

Es war eine tolle Zeit in der Ruderakademie Ratzeburg und wir möchten uns auf diesem Weg noch einmal bei allen Dozenten bedanken, die uns in dieser Zeit begleitet und ihr Wissen mit uns geteilt haben. Besonderer Dank gilt Andreas König, der immer ein offenes Ohr für uns hatte und auch bei den trockensten Themen eine Anekdote aus seinem Vereinsleben als aktiver Trainer parat hatte. Er hatte für jedes Problem eine Lösung parat und machte aus jeder Banalität einen lustigen Fun-Fact, die einem noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Ilka Dirk, WSV Dörpen

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.