12 Tage Ratzeburg – oder: Wie man in zwei Wochen zum Trainer wird!
DRV-Ausbildung Trainer C Leistungssport September 2026
12 Tage Ratzeburg, 14 Teilnehmer, unzählige Stunden Theorie und Praxis, jede Menge Kaffee, Tee, Kekse und Bonbons „Nimm2+“– und am Ende tatsächlich eine Trainer-C-Lizenz!
Im September ging es für eine bunt gemischte Truppe an die Ruderakademie Ratzeburg zur Ausbildung Trainer C Leistungssport. Zwei Wochen lang wurde gelernt, diskutiert, geplant, analysiert und natürlich auch viel gelacht. Kurz gesagt: Es war alles dabei – außer Langeweile.
Die Ausbildung war so vielfältig wie unsere Gruppe. Auf dem Programm standen unter anderem das selbstständige Planen und Durchführen von Sportstunden, Para Rudern und Coastal Rowing, ehrenamtliche Vereinsarbeit, Aufsichtspflicht, Klimawandel, Sicherheit auf dem Wasser, Dopingprävention und die Sensibilisierung für interpersonelle Gewalt. Also alles, was man als Trainer wissen sollte – und einiges, von dem man vorher gar nicht wusste, dass man es wissen sollte.
Unsere Gruppe bestand aus 14 Teilnehmer aus den unterschiedlichsten Alters- und Leistungsbereichen: Leistungssportler, Jugendliche, Masters und sogar Teilnehmer mit schon etwas mehr Lebenserfahrung. Genau diese Mischung machte die Gruppe so besonders.
Unser Ausbildungsleiter Andreas König hatte dabei eine besondere Methode, aus 14 Einzelkämpfer eine Gemeinschaft zu machen: Eisbrecherspiele. Viele Eisbrecherspiele. Sehr viele Eisbrecherspiele und ein blauer Elefant!
Mit seiner entspannten und gelassenen Art führte er uns durch die langen, manchmal durchaus anstrengenden Tage.
Ein besonderes Highlight waren die Einheiten auf Rudertechnik und Leitbild. Dank Reinhart Grahn, unserem Technikexperten, konnten wir nicht nur unsere eigene Rudertechnik verbessern, sondern auch lernen, genauer hinzuschauen.
Der beste Teil der gesamten Ausbildung – obwohl es offiziell gar nicht im Programm stand war, was wir von Reinhart gelernt hatten, sofort auf dem Wasser zu probieren.
Wir gingen rudern Einer oder Vierer. Wir beobachteten uns gegenseitig, gaben Tipps, probierten Übungen aus und filmten unsere Ruderschläge. Und natürlich wurde am Abend alles noch einmal ausführlich analysiert. „Warum sieht das bei mir auf dem Video eigentlich so aus?“ Eine Frage, die vermutlich mehr als einmal gestellt wurde. Gemeinsam wurden Bewegungen analysiert, Fehler gesucht und Verbesserungen diskutiert. So wurde aus einfachem Rudern plötzlich Trainerarbeit: beobachten, hinterfragen, erklären, ausprobieren und wieder beobachten.
Auch unsere Gastdozenten sorgten für jede Menge Abwechslung und brachten Wissen und Erfahrungen aus den unterschiedlichsten Bereichen mit. Sportmedizin, Rudertechnik, Ernährung, Kommunikation, Trainingsprinzipien und Trainingsplanung, Bootstrimm sowie Stabilisations- und Beweglichkeitstraining standen auf dem Programm. Damit war für jeden etwas dabei – und unser Kopf regelmäßig ziemlich voll.
Besonders viel Spaß machten uns die verschiedenen Gruppenarbeiten. Dazu gehörte zum Beispiel unsere Morgenzeitung, in der wir die wichtigen und lustigen Ereignisse der Tage präsentierten. Und natürlich die Planung und Durchführung unserer eigenen Sportstunden. Denn spätestens dort merkten wir: Eine Sportstunde zu planen klingt zunächst ganz einfach. Bis man sie tatsächlich planen muss.
Bei so vielen langen und intensiven Tagen war eine gute Verpflegung natürlich lebenswichtig. Glücklicherweise wurden wir kulinarisch bestens versorgt. Frisch gekochtes Mittag- und Abendessen half uns dabei, die letzten Energiereserven wieder aufzuladen.
Und natürlich durfte auch ein Filmabend nicht fehlen: Im Ratzeburger Kino sahen wir gemeinsam „ADAMS ACHT“.
Nach 12 Tagen nehmen wir nicht nur eine Trainer C-Lizenz mit nach Hause. Wir haben gelernt, Sportstunden zu planen und durchzuführen, Gruppen anzuleiten, Bewegungen genauer zu beobachten, Training sinnvoll aufzubauen und Verantwortung als Trainer zu übernehmen. Aber wir haben auch viel über das Rudern, den Körper und die Psyche gelernt – und vor allem über uns selbst.
Aus 14 unterschiedlichen Menschen wurde in diesen zwei Wochen ein richtiges Team gebildet. Wir haben gemeinsam gelernt, geschwitzt, diskutiert, gerudert, gegessen, gelacht und vermutlich auch ein bisschen zu wenig geschlafen.
Und wer weiß: Vielleicht sitzt ihr danach genauso wie wir abends vor einem Rudervideo und fragt euch: „Was macht mein linker Arm da eigentlich? Dann können wir die Trainer-C-Ausbildung nur empfehlen.
Text: Philippe Guyot, Ruder-Club Favorite Hammonia



