Vom 17. bis 29. September 2018 fand in der Ruderakademie Ratzeburg die Ausbildung zum Trainer C Leistungssport statt. 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland – im Alter zwischen 16 und 65 Jahren – wurden von sieben Dozentinnen und Dozenten ausgebildet. In seiner Begrüßung stellte der Lehrgangsleiter Andreas König das sehr umfassende Programm für die kommenden Tage vor. Schon der erste Tag war bis 22.00 Uhr geplant, ging es doch darum, durch Aufgaben und spielerische Variationen sich als Teamgruppen zu finden. Für die so ermittelten fünf Gruppen standen die künftigen Aufgaben für den gesamten Lehrgangsablauf fest.

Am zweiten Tag wies Reinhart Grahn in die Bewegungsabläufe beim Rudern sowie in Methoden und Organisationsformen in der Anfängerausbildung ein. Im Rahmen von Videoaufnahmen – hier hatten sich am Vortag Seminarteilnehmer/-innen im Einer auf dem Wasser zur Verfügung gestellt – wurden die Bewegungsabläufe analysiert und anhand einer Checkliste bewertet. Auch für die Ausbildung von Anfängern gab es anhand von Videoaufnahmen interessante Ansatzpunkte für die künftigen Aufgaben in den Vereinen. Dabei kam das Thema Sicherheitsrichtlinien nicht zu kurz.

Marc Swienty brachte das Thema Trainingsinhalte und -methoden, Trainingsprinzipien und Belastungsfaktoren näher. Der Trainingsmittelkatalog Wassertraining differenziert das Rudertraining in Intensitätsbereiche. Die Trainingsintensitäten richten sich nach den angestrebten Trainingsanpassungen, die sich aus der energetischen und muskulären Beanspruchung ergebe. Wichtige Größen der Steuerung der Belastung sind Geschwindigkeit und Schlagfrequenz, wichtige Beanspruchungsgrößen sind Herzfrequenz, Empfinden und Laktatkonzentration. Anhand dieses Trainingsmittelkatalogs galt es nun in den Gruppen das Training, zum Beispiel Langstreckenregatta im Achter, 4,5 km, Breitensport („Bocksbeutelregatta“) zu planen und im Plenum vorzustellen. Marc Swienty wies darüber hinaus in die Vielfalt der Materialkunde ein. Neben den Besonderheiten der einzelnen Marken gab es Einblicke in der Entwicklung der Skulls.

Andreas König führte mit Hilfe des Zirkeltrainings in die Welt des Hallentrainings ein und gab viele Anregungen, entsprechende Sportstunden zu planen. Jede Gruppe erhielt hier den Auftrag, eine Sportstunde (z. B. Stationstraining, Freizeitsportler – Schwerpunkt Koordination und Gleichgewicht mit Ball) zu planen und zu präsentieren. Nach der Präsentation erhielt zunächst die präsentierende Gruppe die Gelegenheit ihr Arbeitsergebnis selbst zu bewerten, sodann die restlichen Seminarteilnehmer/-innen. Abschließend gab Andreas Anregungen zur künftigen Planung und Durchführung derartiger Sportstunden. Sowohl bei den kleinen und großen Ballspielen und auch bei dem eigentlich eher „nüchternen“ Thema Kommunikation schaffte es Andreas immer wieder, allen vor Augen zu führen, das die Teilnehmenden ein tolles Team bildeten.

Die Referentin zum Thema Ernährung Antje Zellmer glänzte durch einen sehr lebendigen und witzigen Vortrag, dem deutlich sowohl ihre eigene Erfahrung als Leistungsruderin, ihre Fachkenntnisse und ihre ungebrochene Begeisterung für den Rudersport anzumerken war. Wundert euch nicht über das zukünftige Aufkommen einer bestimmten Sorte Bananenkuchen mit Walnüssen auf den Regattaplätzen dieses Landes.

Bei Sebastian Schulz, Physiotherapeut und Rudertrainer, absolvierten die Teilnehmenden eine Reihe von ruderspezifischen Stabilisations- und Beweglichkeitsübungen, die bei manchen Teilnehmern/-innen für einen gehörigen Muskelkater sorgten. Gezielte Wärmezufuhr in der Sauna verkürzte das Leiden signifikant.

Dr. med. Frank Hebich, u. a. Schiffsarzt und Ruderer, referierte rund um das Thema sportmedizinische und biologische Grundlagen und half hier und da bei einigen „Blessuren“.

Aric Brämswig, Physiotherapeut aus Münster, gab zunächst eine theoretische Übersicht zum Krafttraining und Trainingsmethoden. Anschließend wurden zahlreiche Teste und Übungen selbst in der Sporthalle ausprobiert.

Die weiteren Themen, wie allgemeine Rechtsfragen und Aufsichtspflicht, Kinder- und Jugendschutz, Ehrenkodex, Dopingprävention, Organisation von Wanderfahrten und Öffentlichkeitsarbeit rundeten ein sehr informatives, lebendiges Seminar ab.

Danke an alle Referentinnen und Referenten sowie allen Seminarteilnehmern/-innen für diese zwei Wochen.

Hartmut Bakker, Emder Ruderverein

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