Trainer B Leistungssport 2020

24 ambitionierte und interessierte Trainerinnen und Trainer kamen im September und November des vergangenen Jahres in der Ruderakademie Ratzeburg zusammen, um die Lizenz DOSB-Trainer B Leistungssport unter besonderen Umständen zu erlangen.

Nachdem die Ausbildung online auf der Plattform edubreak®Sportcampus gestartet und die ersten Aufgaben erfolgreich absolviert wurden, trafen sich die Anwärter*innen in der ersten Septemberwoche in Ratzeburg. Die Rudwerakademie zeichnete sich wieder einmal durch ein hervorragendes Beherbergungsangebot aus, sodass auch unter den besonderen Auflagen keine Wünsche offenblieben. Das vorliegende Hygienekonzept, welches eine Lehrgangsteilnahme überhaupt erst ermöglichte, und dessen gewissenhafte Umsetzung durch alle Beteiligten, sei an dieser Stelle besonders hervorgehoben.

Inhaltlich gestartet wurde mit einer kurzen Vorstellungsrunde durch Andreas König, gefolgt von dem Themenkomplex Kraft mit dem Schwerpunkt Langhanteltraining, der durch Martin Zawieja präsentiert wurde. Nicht nur in der Theorie glänzte Martin durch seine charmante Vortragsweise, auch in der Praxis durften wir uns erproben und eine Beispielstunde für das Langhanteltraining bei Kindern absolvieren. Hier wurden alle Teilnehmer*innen wieder zu Kindern und es zeigte sich, dass wettkampforientierte Spiele in keiner Altersklasse fehlen sollten.

Nach der Kräftigung der Physis sollte das Verständnis der Psychologie geschult werden und so führten Dr. Gaby Bußmann und Sophie Petzold die Trainer*innen in ihr „Coach-Kit“ ein. Gefüttert wurde die Theorie mit vielen Beispielen aus dem Reitsport oder Fußball sowie einigen praktischen Anwendungsmöglichkeiten im Rudersport.

Darauf folgte eine echte „Mitmach-Einheit“. Es stand das Einstellen von Booten auf dem Programm und Jost Schömann-Finck, der Bootsmeister am Bundesstützpunkt Ratzeburg/Hamburg, führte uns mit Witz und Know-how durch die Einstellungsmöglichkeiten verschiedener Bootstypen. Selbstverständlich durfte auch der Ausblick auf die neuen Materialentwicklungen der Ruderwelt nicht fehlen und es entstanden interessante Diskussionen.

Der Themenkomplex Ernährung sollte uns im Anschluss beschäftigen. Uwe von Renteln brachte uns die Komplexität der Proteine, Vitamine, Mechanismen und vielem mehr näher. Der wirklich kurzweilig erscheinende Mix aus biochemischen Prozessen und praktischen Handlungsempfehlungen zeichnete sich durch seine Flexibilität und die Mitgestaltung des Plenums aus, sodass sich alle auf die Fortführung der Thematik freuten.

Nach den ersten vier Tagen fuhren alle mit vollen Köpfen, neuen Ideen und gespannter Vorfreude auf den zweiten Teil nach Hause. Für die Zwischenzeit gab es wieder einige Aufgaben auf der Plattform edubreak®Sportcampus zu erledigen. So konnten die acht Wochen bis zum zweiten Präsenzteil der Ausbildung beispielsweise mit dem Erstellen und Kommentieren von Videos verbracht werden.

Der zweite Teil der Ausbildung stand coronabedingt nicht unter dem besten Stern, sodass aufgrund des Lockdowns im November aus der Präsenzphase eine Hybridphase wurde. So bestand sowohl für die Teilnehmenden als auch für die Referentinnen und Referenten die Möglichkeit den Themen per Videokonferenz zu folgen.

Thorsten Kortmann machte in diesem Format mit seinen Ausführungen über die Rudertechnik sowie Trainings- und Übungsformen im Rennrudern den Anfang. Anhand von Videoanalysen und der Auswertung von Messbootsdaten wurden für die Bootsgeschwindigkeit relevante technische Merkmale des Ruderschlags vorgestellt, diskutiert und bewertet.

Kleinere Verbindungsprobleme der Referent*innen konnten durch den flexiblen Einsatz von Andreas König wunderbar aufgefangen werden, sodass alle Inhalte gesichert wurden. Allerdings bestand die einstimmige Meinung, dass Vorträge in Präsenz leichter zu verfolgen und einfacher zu gestalten sind – demnach hoffen wir alle, dass dies bald wieder möglich sein wird.

Glücklicherweise konnten wir auch einige Inhalte in Präsenz und sogar in der Sporthalle unter den geltenden Hygienebestimmungen realisieren. Hauke Meyer-Koop brachte uns sein Konzept der Rumpf-Stabilisation und Kräftigung näher und ließ uns in der Halle einen Eindruck zur richtigen Ausführung gewinnen.

Training planen und auswerten war der Themenkomplex von Stephan Froelke, der uns nach einer kurzen Einführung durch anschauliche Szenarien das Thema in verschiedenen Gruppen intensiver erarbeiten ließ. Der Workshop-Charakter brachte frischen Wind in die Runde, sodass im Anschluss dem Vortrag von Kay Winkert über die Trainingsauswertung mit Ludum via Zoomkonferenz gelauscht werden konnte.

Folgend wurden mit Andreas König die Eindrücke und Ausarbeitungen zur Prävention sexualisierter Gewalt gesammelt und besprochen, sodass wichtige Fragen zu diesem hochrelevanten Thema geklärt und nützliche Hinweise in Bezug auf praktische Prävention gegeben werden konnten. Das offizielle Programm wurde von Mareike Adams durch einen Einblick in die internationalen Wettkämpfe aus Athletenperspektive geschlossen. Höhepunkt dieses Vortrags war ihr Rückblick auf die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro. Den Lehrgangsabschluss bildete die Vorbereitung auf die Gruppenarbeit, die einen umfassenden Überblick über die gesamte Thematik und die Sicherung der präsentierten Inhalte gewährleistete.

Wir bedanken uns recht herzlich bei allen Referenten, dem Personal der Ruderakademie und dem Männer-Skull-Team, die uns auch in Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in den Präsenzphasen geduldet haben, für eine schöne und intensive Zeit sowie die produktive und qualitativ hochwertige Ausbildung.

Teilnehmende
Mareike Adams, Matthias Bleser, Yannick Burg, Lotta Buron, Kerstin Büttner, Andreas Erdtmann, Anna-Maria Götz, Dennis Großkopf, Inken Halupczok, Tom Hinrichs, Julia Leiding, Wiebke Liesenhoff, Robin Lützkendorf, Marten Maack, Tammo Meyer, Leonie Neuhaus, Maximilian Pawlik, Doreen Ramsperger, Jule Roese, Inga Rose, Christian Schulze, Nick Stollenmeyer, Christian von Warburg, Alexander Weihe

Text: Alexander Weihe und Mareike Adams

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