DRV-Fortbildung Steuerleute

„Steuerleute sind der Kopf des Bootes“

Diese und weitere Weisheiten haben wir im Rahmen der ersten DRV-Fortbildung für Steuerleute am 5.–6. Oktober in Ratzeburg diskutiert.

Als wir uns am Samstag auf den Weg in den Norden machten, wussten Larina Hillemann und Jonas Wiesen noch nicht, was auf sie als Lehrgangsleitung zukommen würde. Zehn „Steuerlinge“ aus ganz Deutschland (Berlin, Hannover, Düsseldorf, Ratzeburg, Erlangen und dem besonders weit entfernten Bremen) haben sich mittags in der Ruderakademie eingetroffen. Der Zeitplan des Lehrgangs war eng getaktet und so starteten wir nach der Vorstellungsrunde auch gleich mit einer Diskussion über die Aufgaben von Steuerleuten. Wie bestätigt wurde, sind wir Steuerlinge keine kleinen Schreihälse, leichten Leinenzieher oder unsportlichen Putzkräfte. Stattdessen sind wir die Schnittstelle zum Trainer, haben den Überblick, tragen Verantwortung, sind Anführer, Motivator und Stratege.

Darüber hinaus müssen wir ein Auge für die saubere Ausführung der Rudertechnik besitzen. Das hat uns Larina im Anschluss in der Sporthalle mit wunderbarer Aussicht auf Jonas auf dem Ergometer (und auf den Ratzeburger See) demonstriert. Obwohl in der Sporthalle auch eine Einheit zu Kräftigung und Dehnung stattfinden sollte, hat uns der Austausch über die unterschiedlichen Leitbilder der Rudertechnik so sehr in seinen Bann gezogen, dass es dazu nicht mehr kam. Im Fokus standen kritische Äußerungen durch den Steuerling und wie diese auf die Ruderer wirken. Für eine Runde Latschenhockey hat die Zeit am Ende dennoch gereicht, aber dann ging es auch schon zum Abendessen. Nach Toast Hawaii ging der Abend in eine entspannte Atmosphäre über. Beim obligatorischen Werwolfspiel haben einige lustige Vereins- und Wettkampfanekdoten ihren Raum gefunden.

Nach einer geruhsamen Nacht und einer Stärkung beim gemeinsamen Frühstück haben wir uns sehr intensiv mit konkreten Szenarien und dem Umgang damit auseinandergesetzt. In kleinen Gruppen wurden unterschiedliche Typen der Kommunikation in unterschiedlichen Situationen diskutiert. Die Charakterzüge, die wir in den jeweiligen Gruppen exemplarisch vertraten und diskutierten, gingen vom „Schüchternen“ über „die große Klappe“ bis hin „zur perfekten Lösung“. Die Situationen, in denen diese Charaktere sich wiederfanden, beinhalteten unter Anderem Einzelgespräche, unangemessene lautstarke Kritik durch den Trainer, den Umgang mit technisch schwächeren oder komplizierten Mannschaftsmitgliedern oder aber auch besondere Situationen während einer Regatta. Der Austausch untereinander und wie wir mit diesen und weiteren Situationen umgehend würden, war sehr interessant und bereichernd. Und wieder war das Diskussionspotenzial größer als die verfügbare Zeit – doch das Mittagessen rief.

So ging der Lehrgang viel zu schnell zu Ende und eigentlich geht es hier auch erst richtig los. Die Gruppe ist sehr schnell zusammengewachsen und wir haben alle sehr viel Input bekommen. Diesen wollen wir nun in der Praxis ausprobieren und natürlich an viele weitere Steuerlinge weitergeben. Denn am Ende kommt es doch wieder auf die Übung an und wie jeder für sich das Gelernte am besten ein- und umsetzen kann. Und nicht zuletzt wurde der Grundstein gelegt, um weiterhin im Austausch zu stehen und sich so gegenseitig zu unterstützen.

Danke an Larina und Jonas für diesen wunderbaren Lehrgang!

Lisa (RU Arkona), Merle und Caro (RVP Saffonia – der nördlichste Ruderverein Berlins)

PS: Kiss your Cox today.

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