Knapp 400 km vom Trainingslager der beiden weiblichen Disziplinbereiche in Ourense (Spanien) entfernt bereiten sich die Teams Deutschland-Skuller und Deutschland-Achter in Lago Azul (Portugal) auf die olympische Saison vor.

Während Uwe Bender, Disziplintrainer Männer-Riemen, zusammen mit seinem Trainerteam die Bootsbesatzungen für den Achter, Vierer und Zweier ohne Steuermann bereits festgelegt hat, ist im Männer-Skull-Bereich erst eine Entscheidung getroffen worden. Disziplintrainer Marcus Schwarzrock hat nach dem dritten Trainingsblock die vorläufige Mannschaft für den Doppelvierer benannt. Demnach wird beim ersten Weltcup in Sabaudia (10.-12. April) Tim Ole Naske (RG Hansa Hamburg) auf Schlag sitzen, dahinter Max Appel (SC Magdeburg e.V., Abteilung Rudern), Karl Schulze (Berliner RC) und Hans Gruhne (RC Potsdam) im Bug.

„Ich hatte ja schon zu Beginn der Saison gesagt, dass der Doppelvierer vom letzten Jahr die Basis bilden wird. Wir wollten den Vierer dann physiologisch verstärken und haben dazu die jeweils individuellen Leistungen sowie die Passfähigkeit bewertet. In den vergangenen Wochen haben wir dann unterschiedliche Konstellationen getestet sowie die Messbootwerte hinzugezogen und uns dann auf Tole, Max, Karl und Hans festgelegt“, erklärt Marcus Schwarzrock den Entscheidungsprozess. „Einfach war diese Entscheidung natürlich nicht, aber das ist in einer olympischen Saison immer so. Jetzt müssen die vier aber auch erstmal ihre internationale Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen“, so der Trainer weiter. Karl Schulze, der in Rio seine dritte olympische Goldmedaille holen will, ist von der neuen Besetzung überzeugt. „Das Boot läuft auf jeden Fall schon viel besser als in der vergangenen Saison. Wir haben schon einen großen Sprung nach vorne gemacht.“

Unterschiedliche Zweierkombis werden getestet
Die vier verbleibenden Athleten Timo Piontek (Koblenzer RC Rhenania 1877/1921 e.V.), Lars Hartig (Friedrichstädter RG), Stephan Krüger (Frankfurter RG Germania) und Marc Weber (Gießener RC ‘Hassia’ 1906 e.V.) kämpfen nun um die zwei Plätze im Doppelzweier. In Lago Azul wurden die Besetzungen alle zwei Tage durchgewechselt. „Das ist für die Sportler natürlich schon sehr anspruchsvoll, sich jeden zweiten Tag neu einzustellen“, erklärt Bundestrainer Karsten Timm. Welche Kombi am Ende das Rennen macht, sich wir bei den Seat Races in knapp drei Wochen in Montemor-o-Velho (Portugal) zeigen. „Wir werden drei Mal 2.000 m fahren und dabei alle Konstellationen testen. Das schnellste Boot wird dann auch beim Weltcup-Auftakt fahren“, so Schwarzrock.

Ein bis zweimal pro Tag wurde im Trainingslager auf dem Wasser trainiert. „Je nach Bootsklasse kommen wir da auf 20 bis 24 km pro Einheit. Zudem trainieren die Sportler auf dem Rad, im Kraftraum und auf dem Ergo“, so Schwarzrock. Nachdem es in der ersten Woche relativ verregnet war, schien in der zweiten Hälfte die Sonne, dafür war es auch windiger. „Im Vergleich zum letzten Jahr sind die Bedingungen wirklich gut, wir haben kaum Wellen. Dafür ist es schwierig, den Wind einzuschätzen, da er bei diesen vielen Buchten irgendwie von jeder Seite mal kommt“, erklärt der Disziplintrainer.

Am heutigen Freitag wurden nach der letzten Morgeneinheit die Koffer gepackt. Gegen frühen Abend geht es für das Skullteam dann zurück nach Hause. Nach fast zwei Wochen harten Training, ist den Sportlern die Müdigkeit auch anzumerken. „Das ist am Ende aber eines Trainingslagers aber immer so. Jetzt hoffe ich, dass alle gesund bleiben, vor allem auch hinsichtlich der Doppelzweierentscheidungen in drei Wochen“, wünscht sich Schwarzrock. Bevor es dann aber zurück nach Portugal geht, steht in zehn Tagen noch ein Ergo- und Stufentest an.

Quelle: rudern.de, 07. Februar 2020

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