Die neuen Trainer A – Launiger Rückblick auf ein Jahr Ausbildung

Es hat mich mal wieder erwischt. Nach der B-Ausbildung 2017 habe ich nun auch zum Abschluss der A-Ausbildung die Aufgabe, über das vergangene Jahr unserer Weiterbildung zu den höchst-lizensierten Trainern des DRV zu berichten. Nur dass ich diesmal Matze Helmkamp mit ins Boot geholt habe, oder vielleicht besser gesagt mit in die Tiefe reißen werde. Wer glaubt, deshalb nun eine objektive Zusammenfassung des Trainer-A-Lehrgangs lesen zu können, täuscht sich. Und wer erwartet, eine sauber gegliederte Zusammenfassung im Stile eines Schulaufsatzes zu erhalten (… und dann hörten wir den interessanten Vortrag von … über …), der möge sich an unseren Lehrgangsleiter Andreas König wenden, der sicherlich gerne den Lehrgangsplan versendet. Und wir werden auch kein Loblied auf die zugegebenermaßen durchweg kommunikativen und lustigen und somit sozial ach so wertvollen Abende im Lavastein singen, denn wir wollen dem ohnehin schon verbreiteten Hang zum Alkoholgenuss in der Trainerschaft keinen Vorschub leisten.

Wir sind die Ersten, die diesen Lehrgang über das Online-Portal edubreak®Sportcampus absolvierten. Fünf aus unserer Gruppe, wir beide eingeschlossen, haben bereits die B-Lizenz mit Hilfe der Plattform absolviert, auf der Aufgaben und Lehrgangspläne, Videos und Berichte, Unterlagen und Notizen hochgeladen und anschließend kommentiert und bearbeitet werden können. Dazu kamen zwei Präsenzphasen in Ratzeburg im Abstand eines Jahres. Was gut angedacht war, nämlich die Aufgaben möglichst über das Jahr verteilt, immer in Interaktion mit den Kollegen zu bearbeiten, hat nicht ansatzweise so funktioniert wie beim vorangegangenen Lehrgang B. Hier werden sich Andreas König und Reinhart Grahn sicher etwas einfallen lassen für die folgenden Lehrgänge. Aber wir Trainer müssen uns auch an die eigene Nase fassen, denn vor zwei Jahren haben wir das Portal noch weit über die Aufgabenstellungen hinaus zum Informationsaustausch genutzt.

Erstaunlicher war umso mehr, wie sehr sich unsere analoge Aufgabe, sozusagen unsere Abschlussarbeit, entwickelte. Wir sollten ein mehr oder weniger wissenschaftliches Poster erstellen mit Verweisen auf Memos und Aufgaben im Online-Portal erstellen. Wie gesagt, das mit der Verknüpfung des Posters mit edubreak hat nur zum Teil und dort auch nur in Ansätzen funktioniert. Wer sich jedoch auf 16 mehr oder weniger dröge Vorträge eingestellt hatte, wurde überrascht. Wir beide können behaupten, dass wir in dieser Zeit sehr viel mit aber vor allem über unsere Kollegen gelernt haben. Einige haben uns sehr tiefe Einblicke in Ihre tägliche Arbeit gewährt. Teils sogar so intensiv, dass selbst emotionslose Menschen einen Hauch Empathie verspürt haben müssten. Und dies hat schon dazu geführt, dass wir die Meinung über den ein oder anderen Mitstreiter durchaus korrigiert haben, denn wir waren ja nicht ein Kreis von Freunden, die dort zum entspannten Feierabendtreff zusammengekommen waren.

Was uns enttäuscht hat, war das Interesse der Bundestrainerschaft an diesem Lehrgang. Viele waren über eigene Zugänge in das Onlineportal eingebunden und konnten unsere Aktivität und Arbeit dort verfolgen – viel kam an Input allerdings nicht. In einer Zeit, in der wir um die Professionalisierung des Sports kämpfen, und in der wir auch um Aufmerksamkeit für unseren Berufsstand ringen, wäre hier vielleicht mehr Interesse an der Arbeit des Nachwuchses innerhalb des Verbandes angezeigt. Wir kritisieren nicht das Hospitationsprogramm in Zusammenarbeit mit den Bundestrainern und Stützpunkten, das bei uns beiden und offenbar auch allen anderen sehr gut gelaufen ist. Vielleicht lag es am vorolympischen Jahr. Wir wollen es hoffen. Wir bedanken uns in diesem Zusammenhang sehr bei Sven Ueck, der nicht nur Präsenz zeigte, sondern sich sowohl im Diskurs als auch im sportlichen Teil beim Langhanteltraining einbrachte, und damit in die Presche sprang.

Insgesamt war es eine gute Zeit. Es hilft sicher, sich auch abseits der täglichen Arbeit und in einem personell, zeitlich und räumlich begrenzten Rahmen mit den Kollegen auseinanderzusetzen. Und der Altersschnitt lässt vermuten, dass wir noch einigen Jahre miteinander zu tun haben werden. Sportlich und fair, nehmen wir an, so wie wir Euch kennengelernt haben. Für Martin Schawe geht es jetzt schon weiter. Im Frühjahr beginnt seine Ausbildung zum Diplom-Trainer an der Trainerakademie Köln. Adrian Bretting wurde nicht hoffentlich schon jetzt für sein Lebenswerk geehrt, er erhielt soeben die Trainernadel in Silber. Herzlichen Glückwunsch Ihr beiden!

Wir beide wünschen uns schon für einen Aufschwung im Frauenrudern. Unsere Frauenquote lässt immer noch zu wünschen übrig.

Viel Erfolg für allen neuen Trainer A des DRV:
Adrian Bretting, Christina Einert, Nadja Fischer, Julia Fleckenstein, Stephan Froelke, Dirk Guddat, Matthias Helmkamp, Alin Vasile Irincu, Martin Meier, Florian Momm, Bernd Rose, Martin Schawe, Uwe Scholl, Sebastian Stolte, Jan Strempel, Larissa Vent und aus Südkorea Wonil Yoon.

Jan Strempel und Matthias „Matze“ Helmkamp

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